Ausstellung: Scherenschnitte – ein fast vergessenes Kunsthandwerk

Scherenschnitte, Schattenrisse und Silhouetten sind vielen Menschen heute nicht mehr so sehr bekannt, obwohl sie eine Jahrhunderte lange Tradition haben. Vom 22. Januar bis zum 13. März können Sie sich die Scherenschnitt-Ausstellung von Angelika Salzwedel in der Stadtbibliothek ansehen.

„Schon im 6. Jahrhundert v. Chr. waren Scherenschnitte, Schattenrisse sowie Papiertheater in China bekannt. Nach Deutschland kam diese Tradition im 17. Jahrhundert. Zu Zeiten Goethes war der Scherenschnitt als Portrait-Silhouette sehr beliebt. Die große Zeit der Scherenschnitte begann in der Biedermeierzeit mit wunderschönen Silhouetten.  Es war ein durchaus gängiges und vor allem auch günstiges Mittel, sich ein Abbild von einem lieben Menschen oder berühmten Künstler zu machen.

Hans Christian Andersen hat seine berühmten Märchen mit Scherenschnitten illustriert, so dass die Scherenschnitte auch in Dänemark eine lange Tradition haben.

In der aktuellen Ausstellung sind u. a. zwei historische Scherenschnitte von der Künstlerin Eva Schönberg aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts zu bewundern. Auch einen sehr alten Scherenschnitt von dem bekannten Künstler F. Kaskeline (1863 – 1938) ist dabei mit dem beliebten und bekannten Motiv vom „Alten Fritz mit seinen Hunden“. Dieser Scherenschnitt stammt aus der Zeit um 1900.

Es sind 50 gerahmte alte und neuere Scherenschnitte ausgestellt sowie auch 20 Postkarten von 1920 – 1950 mit Scherenschnittmotiven. 

Heute ist es sehr beliebt, Gänse- oder Hühnereier mit Scherenschnitten zu verzieren für den Osterstrauß.  – Auch Adventskalender gibt es neuerdings mit wunderschönen Scherenschnitt-Motiven.“

Angelika Salzwedel, Itzehoe im Januar 2024